Sportliche Höchstleistungen entstehen im Rampenlicht – aber längst nicht nur dort. An der zweiten Ausgabe des Pfäffiker Sportpreises wurden sechs Persönlichkeiten ausgezeichnet, die den Pfäffiker Sport auf ganz unterschiedliche Weise prägen: mit Medaillen, Meistertiteln und internationalen Einsätzen – oder mit jahrzehntelangem Engagement im Hintergrund.
Seit 2024 führt die IG Sport Pfäffikon gemeinsam mit der Gemeinde alle zwei Jahre die Sportlerehrung durch. Verliehen wird dabei der «Pfäffiker Löwe» an Persönlichkeiten aus dem Dorf, die sportlich Aussergewöhnliches leisten oder sich in besonderem Mass für den Sport engagieren. Für die zweite Austragung bot die Aula des neuen Oberstufenschulhauses Pfaffberg Ost den passenden Rahmen – und durchaus etwas roten Teppich für die Pfäffiker Sportprominenz.
Backstage – die Funktionäre mit Wirkung
Mit Gaby Bertschinger von der Handball-Spielgemeinschaft Pfäffikon-Fehraltorf und Theo Widmer vom FC Pfäffikon wurden zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet, ohne die in ihren Vereinen vermutlich einiges weniger rund laufen würde.

Seit über 36 Jahren engagiert sich Gaby Bertschinger für den Handball in Pfäffikon. Die Laudatio brachte ihr Wirken treffend auf den Punkt: «Sie übernahm nicht einfach Aufgaben für den Verein, sondern sie übernahm Verantwortung.» Auch heute ist die Pfäffiker Handball-Ikone aus der HSG kaum wegzudenken.
Laudatorin Adilla Böhmer-Mzee brachte ihre Bewunderung für Gaby Bertschingers jahrzehntelanges Engagement auf sehr persönliche Weise zum Ausdruck
Theo Widmer bringt es beim FC Pfäffikon gar auf beeindruckende 50 Dienstjahre. Ausser Präsident war er wohl schon fast alles, was man in einem Fussballverein sein kann. Wo Arbeit anfällt, ist Theo zur Stelle – zuverlässig, umsichtig und mit der nötigen Portion Pragmatismus. Die beiden Geehrten zeigen eindrücklich: Ohne Menschen, die im Hintergrund anpacken, gibt es vorne wenig zu feiern.
FC-Vizepräsident Marcel Witmer würdigte in einer bewegenden Rede die Verdienste von Theo Widmer – und freute sich mit dem Geehrten über den «Pfäffiker Leu».

Im Scheinwerferlicht – Pfäffikon auf grosser Bühne
Für ihre sportlichen Erfolge wurden gleich vier aktive Sportlerinnen und Sportler geehrt. Gemeinsam ist ihnen, dass ihre sportliche Bühne längst weit über die Pfäffiker Gemeindegrenzen hinausreicht.

Vanessa Schmuki, Unihockey-Weltmeisterin und aktuell in Schweden engagiert, sowie ihr Bruder Pascal Schmuki, Nationalspieler und ebenfalls in einem schwedischen Spitzenteam aktiv, wurden von den ZO Pumas nominiert. Dort machten beide ihre ersten Unihockey-Schritte – offenbar mit nachhaltigen Folgen.
Pumas-Präsident Michael Kull zeichnete in seiner Laudatio den Werdegang der Geschwister Schmuki nach und liess mit einem gelungenen filmischen Zusammenschnitt die Höhepunkte ihrer Karrieren nochmals aufleben. Für einen besonderen Gänsehautmoment sorgte der Schlusspfiff des Frauen-WM-Finals 2025 und damit der Goldmedaillengewinn der Schweizerinnen mit Vanessa Schmuki.
Cindy Merlo, dreifache Squash-Schweizermeisterin und international erfolgreiche Top-Athletin, wurde von der Gemeinde und der IG Sport nominiert. Persönlich entgegennehmen konnte sie den Löwen allerdings nicht: Während in Pfäffikon gefeiert wurde, vertrat sie die Schweiz an einem Squash-Turnier in Kairo. Den Preis nahm deshalb ihr sichtlich stolzer Bruder Claudio entgegen.
Cindy Merlo teilte ihre Freude über die Auszeichnung per Videobotschaft mit dem Publikum. Laudator und Gemeindepräsident Marco Hirzel zeigte eindrücklich auf, wie viel eiserner Wille und enormes Engagement hinter ihren Erfolgen stecken – gepaart mit einer gehörigen Portion Talent.


Für eine besonders gelungene Überraschung sorgte die Ehrung von Doris Waldvogel. Die vom Tennisclub Pfäffikon nominierte Spielerin gehört in ihrer Alterskategorie zu den Top 10 der Schweiz. Bemerkenswert dabei: Sie tritt in der Kategorie Ü40 regelmässig gegen Konkurrentinnen an, die gut halb so alt sind wie sie – und hält dabei nicht nur mit, sondern mischt ganz vorne mit.
Tennisclub-Präsident Peter Pleisch hat in seiner gelungenen Lobrede die verschiedenen Karrierestationen und die nach wie vor beneidenswerte Fitness der Preisträgerin betont.
Durch den Abend führte Giacinto In-Albon, der gekonnt und kurzweilig durch das Programm führte. In den kurzen Interviews (hier mit Theo Widmer) entlockte er den Preisträgern noch einige persönliche Worte, die den Abend bereichert haben.
Gemeinsam mit den verschiedenen Laudatoren sorgte er so für besondere Momente. Dabei wurde deutlich, dass hinter sportlichen Erfolgen und jahrzehntelangem Engagement immer auch Menschen und Geschichten stehen..

Sechs Löwen fanden an diesem Abend ihre verdienten Besitzerinnen und Besitzer. Und nach dem Sportpreis ist bekanntlich vor dem Sportpreis: 2028 geht es weiter. Nominationen nimmt die IG Sport Pfäffikon bereits jetzt entgegen.

Preisträger des Pfäffiker Sportpreises 2026 (v.l.n.r): Vanessa Schmuki, Pascal Schmuki (abwesend, vertreten durch Vanessa), Gaby Bertschinger, Doris Waldvogel, Cindy Merlo (abwesend, vertreten durch Claudio Merlo), Theo Widmer (Foto: Roger Stucki)
